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Sichtbarkeit im KI-Zeitalter: Gefunden werden reicht nicht mehr

17. Sept.
5 Min. Lesezeit


Was sagt ChatGPT eigentlich über Ihr Unternehmen?


Und noch viel interessanter: Was sagt ChatGPT, wenn ein potenzieller Kunde Ihren Unternehmensnamen gar nicht kennt?


Zum Beispiel, wenn er fragt:

„Welche Anbieter können dieses Problem lösen?“

„Welche Unternehmen sind auf diese Technologie spezialisiert?“

„Welche Lösung eignet sich für meine Anwendung?“

„Welche Alternativen gibt es zu meinem bisherigen Anbieter?“


Lange Zeit begann die digitale Customer Journey bei Google. Unternehmen investierten in SEO, optimierten ihre Websites auf relevante Keywords und versuchten, möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu erscheinen.


Diese Logik verschwindet nicht, aber sie bekommt eine neue Dimension.


Denn immer häufiger recherchieren Menschen mithilfe generativer KI. ChatGPT, Gemini, Perplexity und KI-Funktionen innerhalb der klassischen Suche liefern nicht mehr nur eine Liste möglicher Quellen. Sie beantworten Fragen, vergleichen Lösungen, verdichten Informationen und nennen teilweise direkt Unternehmen, Produkte oder Anbieter.


Für Unternehmen entsteht damit eine neue Herausforderung:


Es reicht nicht mehr, irgendwo im digitalen Raum vorhanden zu sein. Unternehmen müssen so präsent und verständlich sein, dass Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme erkennen können, wofür sie stehen.


Von der Suchmaschine zur Antwortmaschine


Klassische Suchmaschinen haben uns daran gewöhnt, in Keywords zu denken.


Wer beispielsweise einen Anbieter für ein bestimmtes technisches Produkt suchte, gab einige Begriffe bei Google ein und erhielt eine Liste mit Suchergebnissen. Danach begann die eigentliche Recherche.


Generative KI verändert dieses Verhalten.


Aus Keywords werden Fragen. Und diese Fragen können sehr konkret sein.


Ein Einkäufer könnte beispielsweise nicht mehr nur nach „Zutrittskontrolle Industrie“ suchen, sondern fragen:

„Welche Zutrittskontrollsysteme eignen sich für ein Industrieunternehmen mit mehreren Standorten und lassen sich mit bestehenden HR-Systemen verbinden?“


Damit verändert sich nicht nur die Suche.


Es verändert sich auch, welche Informationen Unternehmen bereitstellen müssen, um in diesem Entscheidungsprozess relevant zu sein.


Sichtbarkeit bedeutet künftig mehr als ein gutes Google-Ranking


An dieser Stelle fällt häufig ein neuer Begriff: Generative Engine Optimization, kurz GEO.


Gemeint ist damit vereinfacht die Frage, wie Unternehmen und Inhalte in den Antworten generativer KI-Systeme sichtbar werden.


Das Thema ist relevant. Trotzdem halte ich es für zu kurz gedacht, GEO einfach als das „neue SEO“ zu betrachten.


Denn letztlich geht es um eine viel grundlegendere Frage:


  • Versteht der Markt überhaupt, wofür Ihr Unternehmen steht?

  • Wer sind Ihre Kunden?

  • Welche Probleme lösen Sie?

  • Für welche Anwendungen eignen sich Ihre Produkte oder Dienstleistungen?

  • Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

  • Welche Expertise besitzen Sie?

  • Und womit können Sie Ihre Aussagen belegen?


Wenn diese Informationen digital kaum vorhanden oder über verschiedene Seiten, PDFs und Unternehmensbereiche verstreut sind, wird es nicht nur für Interessenten schwierig.


Auch Maschinen müssen verstehen können, wer Sie sind, was Sie können und warum Ihre Expertise relevant ist.


Gerade B2B-Unternehmen haben hier Nachholbedarf


Besonders interessant finde ich diese Entwicklung im B2B.


Viele Industrieunternehmen verfügen über enormes Fachwissen. Sie besitzen jahrzehntelange Erfahrung, hoch spezialisierte Produkte, hervorragende Ingenieure und unzählige erfolgreich umgesetzte Kundenprojekte.


Auf ihren Websites sieht man davon manchmal erstaunlich wenig.


Stattdessen dominieren Produktnamen, technische Daten, Unternehmenshistorie und Formulierungen wie „innovativ“, „kundenzentriert“ oder „führender Anbieter“.


Für einen bestehenden Kunden mag das funktionieren. Er weiß schließlich bereits, wonach er sucht.


Für jemanden, der das Unternehmen noch nicht kennt, ist es schwieriger.


Und genau das wird im KI-Zeitalter relevant.


Denn die entscheidende Frage lautet nicht:


„Was findet eine KI über uns, wenn jemand unseren Unternehmensnamen eingibt?“


Sondern:


„Tauchen wir auf, wenn jemand nach einer Lösung für ein Problem sucht, das wir hervorragend lösen können?“


Das ist ein erheblicher Unterschied.


Ihre Website wird deshalb nicht weniger wichtig, sondern wichtiger


Immer wieder höre ich inzwischen die These:

„Wenn Menschen künftig über KI suchen, brauchen Unternehmen irgendwann keine Website mehr.“


Ich halte das für den falschen Schluss, denn das Gegenteil ist der Fall.


Die Unternehmenswebsite bleibt eine zentrale Quelle dafür, wer ein Unternehmen ist, welche Leistungen es anbietet und welche Expertise es besitzt.


Auch Google macht deutlich, dass die klassischen Grundlagen guter Suchmaschinenoptimierung für seine generativen Suchfunktionen weiterhin relevant sind. Inhalte müssen auffindbar, technisch zugänglich, hilfreich, zuverlässig und für Menschen gemacht sein.


Neu ist deshalb weniger die Notwendigkeit einer Website als vielmehr die Anforderung an ihre Inhalte.


Eine Website darf nicht länger nur digitaler Produktkatalog sein, sie muss Expertise sichtbar machen.


Expertise ist das neue Sichtbarkeitskapital


Das bietet gerade mittelständischen B2B-Unternehmen eine enorme Chance.


Denn sie besitzen häufig genau das, was generische KI-Inhalte nicht bieten können:

echte Erfahrung.


Die entscheidende Frage ist nur, ob diese Erfahrung auch digital sichtbar ist.

  • Das Wissen des Vertriebsmitarbeiters, der seit 20 Jahren Kunden berät.

  • Die Erfahrung des Ingenieurs, der erklären kann, warum eine Lösung unter bestimmten Bedingungen funktioniert und eine andere nicht.

  • Der ungewöhnliche Anwendungsfall eines Kunden.

  • Eigene Daten.

  • Messbare Ergebnisse.

  • Vergleiche.

  • Fehler, aus denen man gelernt hat.

  • Antworten auf Fragen, die Kunden im Verkaufsgespräch tatsächlich stellen.


Genau daraus können hochwertige Inhalte entstehen.


Nicht noch ein Artikel mit dem Titel „5 Trends im B2B-Marketing“.


Sondern Inhalte, die nur dieses Unternehmen mit seiner spezifischen Erfahrung schreiben kann.


Sichtbarkeit entsteht nicht auf der eigenen Website allein


Auch das ist wichtig. Unternehmen erzählen auf ihrer eigenen Website naturgemäß viel über sich selbst.


Vertrauen entsteht aber auch dadurch, was andere über ein Unternehmen sagen.


Fachmedien, Verbände, Kunden, Partner, Studien, Branchenportale, Interviews, Podcasts, Veranstaltungen oder Expertenbeiträge erzeugen ein digitales Bild einer Marke.


Für B2B-Marketing bedeutet das, Disziplinen wieder stärker zusammenzudenken, die in vielen Unternehmen organisatorisch getrennt wurden:

  • SEO

  • Content Marketing

  • PR

  • Social Media

  • Corporate Communications

  • Personal Branding

  • Website

  • Und zunehmend AI Visibility


Sie alle zahlen letztlich auf dieselbe Frage ein:


Wie eindeutig, relevant und vertrauenswürdig ist das digitale Bild unseres Unternehmens?


Und was bedeutet das ganz konkret?


Unternehmen müssen jetzt nicht hektisch ihre gesamte Website für ChatGPT umbauen.


Und sie sollten auch nicht jedem vermeintlichen „GEO-Hack“ hinterherlaufen.

Viel sinnvoller ist zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme.


Ich würde dabei fünf Bereiche betrachten:


1. Positionierung

Ist innerhalb weniger Sekunden verständlich, wofür das Unternehmen steht und welchen konkreten Mehrwert es bietet?

2. Customer Relevance

Orientieren sich die Inhalte an Produkten und internen Strukturen oder an den tatsächlichen Fragen, Problemen und Entscheidungsprozessen der Kunden?

3. Search Visibility

Sind relevante Inhalte technisch auffindbar, sinnvoll strukturiert und über Suchmaschinen sichtbar?

4. AI Visibility

Wie wird das Unternehmen von unterschiedlichen KI-Systemen dargestellt? Wird es bei relevanten Fragen überhaupt genannt? Welche Wettbewerber werden stattdessen genannt und auf welche Quellen greifen die Systeme zurück?

5. Content Authority

Zeigt das Unternehmen echte Expertise? Gibt es belastbare Fakten, Anwendungsbeispiele, Fachbeiträge, Cases, Studien, Expertenmeinungen und andere Inhalte, die Vertrauen schaffen?

Erst danach stellt sich die Frage nach einzelnen Optimierungsmaßnahmen.


Bitte nicht den nächsten Hype produzieren


Bei aller Begeisterung für KI ist mir eines wichtig:

Wir wissen heute noch nicht abschließend, wie sich die Informationssuche entwickeln wird.

Auch Antworten generativer Systeme sind nicht statisch. Sie können je nach Plattform, Formulierung einer Frage, Zeitpunkt und Kontext unterschiedlich ausfallen.


Deshalb wäre es unseriös zu behaupten, es gäbe heute eine einfache Formel, mit der Unternehmen zuverlässig dafür sorgen können, von ChatGPT empfohlen zu werden.


  • Was wir aber sehr wohl wissen:

  • Menschen suchen anders.

  • Suchmaschinen verändern sich.

  • KI wird Teil der Informations- und Entscheidungsprozesse.

  • Und Unternehmen benötigen dafür hochwertige, verständliche und glaubwürdige digitale Informationen.


Genau deshalb sollten wir nicht anfangen, für Maschinen statt für Menschen zu kommunizieren.


Wir sollten besser darin werden, Expertise so aufzubereiten, dass beide sie verstehen können.


Die vielleicht wichtigste Frage lautet deshalb nicht: „Sind wir bei ChatGPT sichtbar?“


Sie lautet:

Wenn ein potenzieller Kunde heute digital nach einer Lösung für genau das Problem sucht, das wir besonders gut lösen können, begegnet er dann irgendwann uns?


  • Über Google.

  • Über LinkedIn.

  • Über einen Fachartikel.

  • Über eine Empfehlung.

  • Über ChatGPT oder Perplexity.

  • Oder über eine Quelle, die von einer KI für besonders relevant gehalten wird.


Wenn die Antwort darauf nicht eindeutig „ja“ lautet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn Sichtbarkeit im KI-Zeitalter bedeutet nicht, überall präsent zu sein.


Es bedeutet, im richtigen Moment als relevante Antwort wahrgenommen zu werden.



Wie sichtbar ist Ihr Unternehmen heute?


Genau dieser Frage gehe ich mit dem Acomelia B2B Visibility Sprint nach.


Dabei betrachte ich nicht isoliert SEO oder KI-Sichtbarkeit, sondern das Zusammenspiel aus Positionierung, Customer Relevance, Search Visibility, AI Visibility und Content Authority.


Das Ergebnis ist keine theoretische KI-Strategie, sondern eine konkrete Bestandsaufnahme und eine priorisierte 90-Tage-Roadmap.


Denn bevor Unternehmen anfangen, ihre Sichtbarkeit zu optimieren, sollten sie wissen, wo sie heute tatsächlich sichtbar sind und wo nicht.

 
 
 

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